+++nächster Termin: Mitgliederversammlung am 13.10.2019 im Vereinsheim beginn 10:30 Uhr ++++
Das Schützenwesen in Hamm-Werries ist sehr viel älter als 75 Jahre. Schon 1857 gab es einen Schützenverein Werries, allerdings gehörte Werries damals zum Schützenverein Uentrop-Haaren-Werries 1857.

1922, nachdem man sich von den “Uentropern” getrennt hatte, gründeten einige schützenbegeisterte, tatkräftige Männer im Lokal Wiemer an der Lippen den neuen Schützenverein Werries. Nachdem die Gründung des Vereins erfolgreich abgeschlossen war, begann eine rege Tätigkeit innerhalb des Vereins, damit das erste Schützenfest gefeiert werden konnte. Erster König wurde im Jahre 1924 Anton Luig mit Königin Elisabeth Westhues.

Wegen Meinungsverschiedenheiten während des ersten Schützenfestes verließen einige Mitglieder den Verein und riefen den Handwerker Schützenverein Maximilian - Werries ins Leben.

So wurden in den Jahren 1925 bis 1929 zwei Schützenfeste in Werries gefeiert, und es regierten auch jeweils zwei Königspaare.

Die schlechte Wirtschaftslage und die hohe Arbeitslosigkeit verhinderten bei beiden Vereinen von 1930 bis 1933 ein aktives Vereinsleben. Jedoch fand dann am 11. Juni 1933 eine gemeinsame Versammlung beider Vereine statt, in der ihr Zusammenschluss unter dem Namen “Schützenverein Werries” beschlossen wurde.

1935 fand dann wieder ein Schützenfest statt, auch in den darauffolgenden Jahren wurde jedes Jahr ein Schützenfest gefeiert. Im August 1939 wurde dann das für Jahre letzte Fest gefeiert. Der zweite Weltkrieg brach aus und das Vereinsleben wurde endgültig am 28. Februar 1942 eingestellt.

Im Mai 1945 war der schreckliche Krieg endlich zu Ende; Deutschland war besiegt und zerstört, die Menschen vom Leid des Krieges gezeichnet, es herrschte Hunger und Not. Das Vereinsleben war per Gesetz der alliierten Militärregierung verboten. 1950 wurde dieses Gesetz jedoch wieder aufgehoben.

Am 10. August 1952 trafen sich 64 ehemalige Schützenbrüder und Interessierte zur Neugründung des Schützenvereins. Von den 64 Teilnehmern traten 63 dem Verein bei, der damit wieder zum Leben erweckt war. Mit diesem Neuanfang begann auch die “Neue Geschichte” des Schützenvereins Werries 1922 e.V.

Der Grundstein zum Verein war zwar gelegt, doch der Vorstand stand vor dem Nichts. Es galt nun dem Verein durch Einsatzbereitschaft und Opferwilligkeit eine finanzielle Grundlage zu schaffen und in mühevoller Kleinarbeit um den für das Fortbestehen des Schützenvereins notwendigen Anhang zu werben. Durch Umsicht und Tatkraft gelang es dem Vorstand den Verein durch alle Schwierigkeiten zu manövrieren.

Besonders anerkennend war die Initiative und Bereitwilligkeit der alten Schützenbrüder, aber auch die Jugend stand nicht im Abseits und war mit “Feuereifer” bei der Sache. Am 27. August 1952 wurde im Lokal Wittenborg die Avantgarde gegründet, die Albert Thäter von 1952 bis 1957 mit viel Geschick und Umsicht als 1. Kommandeur führte. Durch enormen Einsatz gelang es dem Verein schon am 25. Oktober 1952 mit seiner ersten Veranstaltung an die Öffentlichkeit zu treten. Das “Ideale Brautpaar” wurde im Lokal Prünte gesucht und gefunden. Der Schriftführer Max Telke schrieb:

“Gegen 19 Uhr strömten die Leute zu Prünte, um ja noch einen Platz zu ergattern. Lange vor Beginn war das Lokal bis auf den letzten Platz gefüllt, so dass viele keinen Einlass mehr fanden.”

Auf Grund dieser Veranstaltung konnte der Verein viele Neuaufnahmen verzeichnen. Da es zu weit führen würde die nächsten Jahrzehnte chronologisch aufzuführen, werden nur herausragende Ereignisse vorgestellt. Höhepunkt eines jeden Schützenjahres ist das Schützenfest. Dieses Ereignis ist seit dem ersten Schützenfest nach der Neugründung 1953 auch heute noch Anziehungspunkt, nicht nur für die Schützen und Werrieser Bürger, sondern darüber hinaus für viele Interessierte aus den umliegenden Ortschaften. Werrieser Schützenfeste sind bekannt für gute Kapellen, Auftritte bekannter Künstler und namhafter Unterhaltungsgruppen.

Nach dem ersten Schützenfest 1953 zeigte der Verein eine stetige Aufwärtsentwicklung, so dass ab 1954 der Verein seine Schützenfeste in einem geräumigen Zelt auf Rombergs Wiese (heutige Eissporthalle) feierte. Das Schießen um die Königswürde fand im “Hauptmannsbusch”, im Ostholz auf einen Holzvogel auf hochragender Stange statt. Bereits 1954 organisierte der 1. Vorsitzende Jak Westhäuser ein Schützenfest mit einem musikalischen Leckerbissen: es spielten die Paderborner Husaren unter Leitung von Stabsmusikmeister a. D. Gerlach und der Spielmannszug der Freiw. Feuerwehr Werries unter der Leitung von Tambourmajor Heinz Krzyzostaniak.

Seit 1964 fanden die Schützenfeste, sowie Biwaks und Feste der Avantgarde auf dem “Schützenhof” hinter Edeka auf dem Alten Uentroper Weg in einem großen Festzelt statt.

1963 gelang es nämlich dem 1. Vorsitzenden Fritz Gerwin und seinem Vorstand mit der Märkischen Steinkohlegewerkschaft einen langjährigen Pachtvertrag über ein 3000 m² großes Gelände an der “Lehmkippe” abzuschließen. Sofort richteten die Mitglieder dieses Gelände zu einem Schützenplatz her. Ein Kugelfang wurde vom Schützenverein Westünnen erworben und auf dem Gelände unter den Kastanien aufgestellt. Das Kassenhaus war zum Schützenfest 1966 vollständig hergestellt, die Avantgardenlaube wurde bereits 1965 unter dem damaligen 1. Kommandeur Horst Steinchen mit vereinten Kräften aufgebaut.

Viele bekannte Gruppen und Künstler sind im Zelt auf dem Schützenplatz aufgetreten, z. B. die “Westfälischen Nachtigallen”, Lotti Krekel, “Haifischbar”, Kosaken-Orchester “Druschba”. “Elvis the voice”, Gottwald-Singers, die “Drei Z’widern”, die “Heldensteiner Buam”, die “Peter Weisheit Band, das Havixbecker Blasorchester und viele mehr.

Im neuen Jahrtausend sollte das letzte Schützenfest auf dem “Schützenhof” gefeiert werden, mit einer Sensation: mit Birgit v. Haase wurde ein Frau zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Schützenkönig und wählte Jürgen Braukmann zu ihrem Prinzregenten.

Im Jahre 2001 zog der Schützenverein dann auf ein neues Gelände um. Nachdem die Stadt Hamm ihr Bäderkonzept neu gestaltete, wurde das Freibad Werries geschlossen. Der 1. Vorsitzende Horst Steinchen sah die Chance für die Werrieser Vereine und alle Werrieser. Mit tatkräftiger Unterstützung aller wurde die ehemalige Umkleide des Freibades in ein Vereinsheim umgebaut und ein neuer Schützenplatz hergerichtet. Dieses wurde dann feierlich am 28. April 2001 eröffnet. Erster König auf dem neuen Platz war Jochen Feldmann.

Im August 2005 beschloss der Vorstand des Schützenvereins eine Schießanlage im Vereinsheim zu errichten. Die Anlage sollte mit wenig Aufwand auf- und abgebaut werden können, um der Nutzung durch eventuelle Vermietung der gesamten Halle nicht im Wege zu stehen. Im November wurde dann der Antrag zum Bau der Schießanlage gestellt und im Februar 2006 die Genehmigung erteilt. Im März 2006 gründet sich die Schießgruppe Werries neu. Am 9. September wurde der Schießstand in einer feierlichen Zeremonie und unter Teilnahme von geladenen Gästen aus der Politik und befreundeten Vereinen aus Werries, Hamm und dem Umland eröffnet.

Da die alte Vogelstange des „Schützenhofs“ den Umzug zum jetzigen Schützenplatz nicht miterleben durfte, wurde bis zum Jahr 2008 jährlich eine mobile Vogelstange für das Königsschießen angemietet. Der damalige Vorstand unter Federführung von Schützenoberst Fred Machulski startete dann die Initiative zum Bau und Errichten einer neuen, vereinseigenen Vogelstange, die feierlich am 9. Mai 2009 mit einem Bürgerschießen eingeweiht wurde. Zum Andenken an die Gönner, die das Projekt finanziell unterstützten, wurden neben der Gedenktafel der ehemaligen Majestäten eine weitere, mit den Namen der Spender versehene, Erinnerungstafel geschaffen. Erster Vereinskönig an der neuen Vogelstange wurde Andre Pannewig.